„Entschleunigung“

Projektwoche der „Entschleunigung“

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sich die Zahl der Lehrer und selbst die der Schüler, die an stressbedingtem Burnout leiden, häufen. Selbst Eltern fällt manchmal nicht auf, dass ihre Kinder aufgrund von häufigen auch außerschulischen Terminen Krankheitssymptome entwickeln. Auch die wachsenden Anforderungen der Schule tragen dazu leider manchmal bei.

Im Oktober widmen wir uns seit Jahren immer wieder rund um den „Welttag der Gesundheit“  einem ausgewählten Bereich besonders intensiv und gestalten dazu eine Projektwoche. In diesem Jahr wählten wir aus genanntem Grund das Thema „Entschleunigung“.

Die Kinder hatten vorab die Aufgabe ihre eigenen Termine in einem „Freizeitprotokoll“ festzuhalten, um eigenständig zu reflektieren, wie viel Zeit verplant ist und welche ihnen zur freien Verfügung steht. Dass „Langweile“ nichts Negatives, sondern eine durchaus positiv zu bewertende Zeit ist, wurde herausgearbeitet. Nur so können kreative Ideen entstehen.

In der Projektwoche nahmen wir uns auch in der Schule vermehrt Zeit für „die schönen Dinge“ wie Morgenrituale, Zeit zum Vorlesen, zum Erzählen und Zuhören und für Spiele. Die Hausaufgaben wurden zurückgeschraubt und gezielt ganz besondere Aufgaben gestellt wie z.B. die Natur zu erleben beim Sammeln von Naturmaterialien, draußen die Augen schließen und den Geräuschen der Natur lauschen und die Stille ganz bewusst wahrnehmen und genießen und vieles mehr. Die Aula wurde zu einem gemütlichen Lesesaal umgestaltet, in der die Kinder gerne das Angebot, sich bereits ab 7.30 Uhr zum Lesen einzufinden, wahrnahmen.

Am Donnerstag wurde im Rahmen eines Projekttags ein „Tag der Entschleunigung“  veranstaltet. Die Kinder durften an verschiedensten Stationen unterschiedliches erleben. So wurde ein wunderschönes Naturmandala im Freien gelegt, das mit der Teilnahme jeder Gruppe mehr anwuchs und dessen Pracht auch die Tage danach noch sehr bestaunt werden konnte. Die Kinder erlebten Meditationen, gestalteten einen Lichtertanz  und entspannten sich durch Yoga-Übungen. Auch das Malen zur Musik wurde begeistert angenommen und den gelesenen Gruselgeschichten zu lauschen genossen die Schülerinnen und Schüler. In einem kurzen meditativen Film kamen sie erneut zur Ruhe. Auch das vom Elternbeirat wieder herrlich angerichtete „gesunde Buffet“ wurde freudig angenommen.  Hierfür ein herzliches Dankeschön!

Die Aufgabe für uns alle besteht nun darin, diesen Effekt weiterzutragen und auch im „Alltag“ nicht zu vergessen, ihn nicht mit Terminen zu überfrachten. Wir müssen uns immer wieder Inseln der Entspannung bauen, um  Zeiten der Ruhe genießen zu können.

Text und Bild: Cornelia Mayer

 

 

Text und Bild: Cornelia Mayer