Herbstwanderung 2a und 2b

Am Montag, den 4.10. 2017 und am Mittwoch den 11.10.2017 war es soweit. Die Klassen 2b und 2a der Flintsbacher Grundschule durften an diesen beiden Vormittagen unter der fachkundigen Führung von Frau Brigitte Holzner eine Herbstwanderung erleben, die Begeisterung weckte, nicht nur für die Natur im Nicklheimer Moor , sondern auch für die Literatur.

„Hörbe mit dem großen Hut“ von Otfried Preußler wurde von unserer Moorführerin Frau Holzner an mehreren Stationen so spannend dargeboten, dass wir die anfängliche morgendliche Kälte an diesen Herbsttagen kaum spürten.

Neben schief stehenden Bäumen ließ Frau Holzner die Kinder auf dem Rotkehlchenweg  Torf erspüren, der in zwei Socken versteckt im Kreis herumgereicht wurde.  Bei ihren Erklärungen wie im Laufe der Zeit Torf entsteht und welche Bedeutung es früher als Brennmaterial hatte, wurde aufmerksam zugehört. Am Schluss konnten sich alle vorstellen, wie die schief stehenden Bäume vielleicht beim nächsten Herbststurm ins Wasser kommen  werden, um sich dann im Laufe der Zeit in Torf zu verwandeln. Dass das Nicklheimer Moor eines der größten renaturierten Moore ist, nahmen wir staunend zur Kenntnis.

Beim Vorlesen nach der ersten Brotzeit  fühlten alle Begleitpersonen und Kinder mit „Hörbe“, der immer mal wieder von dem kleinen Moorgeist, dem Schlumpatsch , getratzt wird und der sich vor den immer zahlreicher werdenden Ameisen in einer Episode des Buches  ängstigt. „Hörbe wollte einigen hungrigen Ameisen nur ein paar Brotsamen abgeben, dabei lockte er viele weitere an.“ Um nicht mit hundert Ameisen konfrontiert zu werden, klappte er schnell seine Brotzeitbox zu. Das taten wir auch. Nach dem Zuhören und Reflektieren war nun wieder eine Mitmachaktion angesagt.

Mit dem Saugbecher fingen die Schüler Ameisen und Spinnen ein und durch große Lupen konnten die kleinen emsigen Tiere  beim Krabbeln auf der weißen Decke beobachtet werden. Dass die Ameisen ein Vielfaches ihres eigenen Gewichtes tragen können, nahmen die Schüler nun interessiert auf. Die Suche nach den Ameisen, die sich teilweise schon in der Winterstarre befinden, weckte die Fantasie der Kinder. Einige fanden unter Wurzeln am Waldboden kleine Höhlen, in denen die Moorgeister wohnen.

Die Abenteuer von „Hörbe mit dem großen Hut“ auf dem Moorbach, bei dem ihm ein Teil von seinem doppelten Hut  gute Dienste als Boot, in das er sich hineinsetzen konnte, leistete, gipfelten in einer rasanten Fahrt beim Wasserfall. Hörbe traf, als er wieder bei Bewusstsein  war,  seinen Freund Zwottel, den Zottelschraz.  Freundschaftsgeschichten gefallen Kindern,  deshalb gibt es  ganz sicher die Fortsetzung von „Hörbe mit dem großen Hut“ in den Klassenzimmern.

Am Aussichtsturm angelangt, genossen wir die Weite der Moorlandschaft, Sonne und Mond am Himmel und die Herbstfärbung der Blätter an den Bäumen und Büschen.

Das Basteln einer Hörbe-Puppe aus einem Ast mit Armen, einem Filzhut, zwei Augen und einem bunten Schal bildete den Höhepunkt unserer Wanderungen. Die Herbstsonne wärmte uns beim Spielen mit unseren Puppen, nebenbei stärkten wir uns mit gesundem Obst und unseren mitgebrachten Broten und warfen zum Schluss noch einen Blick ins Grüne Klassenzimmer, um die ausgestopften  Tiere zu erraten. Danach traten wir zufrieden den Rückweg an. Ein herzliches Vergelt`s Gott an alle Mama-, Papa- und Opa-Taxis. Es waren schöne Herbstwanderungen!

Bilder und Text von B.Schumacher-Taigel, 11.10. 2017

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