Wandertag 2. Klassen

Wandertag der beiden zweiten Klassen

Am Dienstag, den 21. 06. 2016 war es endlich soweit. Die Klassen 2a und 2b starteten ihre Fahrt nach Nicklheim in einem modernen großen weißen Bus. Kurz nach acht Uhr erreichten wir unser Ausflugsziel. Auf dem Parkplatz erwarteten uns schon unsere Moorführer Frau Brigitte Holzner und Herr Gerhard van Eyken.

Jede Klasse bekam ihren eigenen Moorführer und so begann die 2a die fast vierstündige Exkursion durch das Nicklheimer Moor mit einem Lernspiel. Eingeteilt in Gruppen suchten und bestimmten die Schüler mit großem Eifer  in Gruppen Blätter, Blüten und Früchte einzelner Bäume und Sträucher ( z. Bsp. Fichte, Kiefer, Vogelbeere). Bei einer Kurzpräsentation der Fundstücke und einem anschließenden Kim-Spiel konnten sie zeigen, dass sie sich so manche Informationen gemerkt hatten.

Unterwegs auf  den weichen, zum Teil sumpfigen Wanderwegen machte uns unser Moorführer immer wieder auf etwas Interessantes aufmerksam. Er warnte uns vor dem giftigen Fingerhut oder wies auf die geschützte Sumpforchidee hin, die nicht gepflückt werden darf. Auch für die wohlriechende Minze, den rundblättrigen Sonnentau oder verschiedene Gräser schulte er unsere Sinne.

Über Holzstege beim botanischen Garten der Hochmoorflora erreichten wir die Torfarbeiterhütte. Mit wunderbarer Aussicht machten wir hier ausgiebig Brotzeit. Die Sonne kam heraus und das Vogelgezwitscher beeindruckte alle.

Bei einem Wasserspiel mit blauen Eimern, Schwämmen und Bechern lernten wir, dass das Torfmoos viel Wasser speichern kann und deshalb ganz wichtig ist, wenn es häufig regnet oder die Natur in kurzer Zeit große Regenmengen aufnehmen muss. Das Gehen auf den alten Schienen der Bockerlbahn bereitete ebenfalls Freude. Ein wenig bedauerten die Schüler, dass der Betrieb der Bahn zur Zeit eingestellt ist.

Im Grünen Klassenzimmer mit moorkundlich ausgestalteter Inneneinrichtung konnten  die Schüler die Entstehung des Moores auf großen Schautafeln anschauen und nach dem Zeichnen von Libellen und Sonnentau zu zwei Geschichten ging es direkt zum Standort „Handtorfstich“.

Mit Begeisterung wurden die Irrlichter im Moor wachgerüttelt, Libellen beobachtet und der mühsamen Handarbeit des Torfabbaus nachgespürt. Erstaunt hörten wir, dass der Brennwert von Torf dem Brennwert der Braunkohle entspricht. Wieder zurück am Ausgangsort schenkte uns unser Moorführer ein Wollgras zum Abschied.

Die Klasse 2b lernte das Moor mit allen Sinnen kennen und sollten an ihrer ersten Station erst einmal erfühlen, was sich in einem Fühlsack versteckte. Einige lagen mit ihren Vermutungen (Stein, Holz…) dem getrockneten Torf schon sehr nahe. Ein Pokerface brauchten alle, als wir etwas Unbekanntes (Essig) probieren durften. Durch den Essig erklärte Brigitte uns den Säuregehalt des Wassers und dass aus diesem Grund nicht mehr alle Pflanzen im Moorgebiet überlebensfähig sind. Außerdem zeigte sie uns den Unterschied zwischen Torfmoos und Waldmoos.

Weiter ging es mit verbundenen Augen zu einem kleinen Aussichtspunkt. Auf dem Weg dorthin konnten wir die unterschiedliche Beschaffenheit des Bodens erfahren.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter zum „Handtorfstich“, wo wir erfuhren, dass ein alter Mann seine Heizung noch immer mit Torf betreibt und deshalb jedes Jahr zusammen mit seinem Sohn für sich den Torf in Nicklheim noch von Hand abbaut, so wie früher. Außerdem durften wir hier am eigenen Körper erleben, wie sich der Torf auf der Haut anfühlt. Zum Teil sanken wir bis zu den Knien ein. Das war ein tolles Erlebnis.

Anschließend machten wir noch einmal eine Pause, in der wir auch den kleinen „Spielplatz“ nutzen durften.Außerdem lauschten wir noch der Geschichte vom Ameisenbläuling, der sich als Raupe den Winter im Ameisenhaufen verbringt und die Ameisen durch eine Art Rauschmittel überlistet.Zum Schluss bemalten wir noch eine Holzraupe mit Torf und grünen Blättern. Wir hätten nicht gedacht, dass das so gut funktioniert.

Beide Klassen waren total begeistert von diesem lehr- und erlebnisreichen Vormittag und sind sich einig, dass sich eine Wiederholung lohnen würde.